Montag, 9. Juni 2025




 

Der Verfall der Eisernen Männer 

 

Meinungen:

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https://mediennerd.de/der-verfall-der-eisernen-maenner/

 

Zum Buch:

https://bedey-thoms.de/products/verfall-eiserne-maenner

https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1071557333 

https://www.amazon.de/Verfall-Eisernen-M%C3%A4nner-Strauchritter-Pfeffers%C3%A4cke-ebook/dp/B0DCBDSL7J?ref_=ast_author_dp_rw&dib=eyJ2IjoiMSJ9.2BASqxkDPPFauKob5QfiMx6y1w1nLT3M0Cco1KWkrIKTkRTYBuRKojXabNIYvr3BaA08W2KNnTn25jiEuTpmddKkx8pB116qJlLPhA3akgrROV1Ot8BLQ-0b1_4pF5G6rVcrE8Yn5Xk3tjv2Lv5climgCbbP2N4-16R07DlepamLi4q9R3Q4LVhhz0iALabk2JvhICyi9nmTYD9E91hCj2LYPm_Di19OgGXdOPeXhRI.N5BAYEukgiEWPJAzsJLgOZaogt3EOGOj-WSELi-VGqo&dib_tag=AUTHOR 


Ein Science-Fiction-Krimi
 

Der Vize-Senator von Terra 3 wird ermordet. Seit Jahrhunderten ereignete sich kein Mord dieser Art innerhalb der zehn Megastädte, die sich über den Globus verteilen und in denen die Menschen seit dem Großen Krieg leben. Inspektor Dalmo Panzer vom Morddezernat nimmt die Ermittlungen auf und stößt dabei auf immer größere Ungereimtheiten, die ihn selbst in die Gefahr einer Gedächtnisformatierung befördern. Wie es aussieht hat der Vize-Senator die Titan-Werke seiner Stadt an einen Multikonzern verkauft, doch davon will niemand etwas hören.

 Meinungen:

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Zum Buch: 

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Samstag, 5. Oktober 2024


 

 

 

Ekkelin Gayling vom Walde oder wie er im Volksmund genannt wurde Eppelein von Gailingen.Einer der Helden meiner Kindheit. Nicht nur meiner. Fast jedem meiner Altersgenossen, die ihre Kindheit in Nürnberg der 70er Jahre erlebten, war der Strauchritter wohlbekannt. Heute kräht kein Hahn mehr nach dem fränkischen Robin Hood oder Till Eulenspiegel. Immerhin prangen bis heute die Hufabdrücke seines Rosses auf einer Mauer der Nürnberger Burg, mit dem er angeblich dem sicheren Tod mit einem kühnen Sprung über den Burggraben entkam. Die Abdrücke sind natürlich nicht authentisch. Es gibt sie sogar in dreifacher Ausführung. Damit wirklich jeder interessierte Tourist diese auch findet.

Wie an den meisten Anekdoten über die Streiche des Eppelein von Gailingen, so ist an diesem Mauersprung vermutlich genauso wenig dran. Um 1500 berichtete ein Augsburger Flugblatt erstmals von den Abenteuern des fränkischen Ritters. Vier bis fünf Generationen nach seinem Tod wurde Ekkelin also eine literarische Figur. Eine wahre Renaissance erlebte diese Figur im 19. Jahrhundert und es folgte eine Flut von Geschichten über Eppelein von Gailingen. Für alle ihm angedichtete Taten findet sich in ernst zu nehmenden Quellen nicht der kleinste Hinweis.

Immerhin weiß man seinen Todestag genau. Der 15. Mai 1381. Sein Geburtsjahr jedoch schwankt zwischen 1308, 1310 und 1314. Ich entschied mich für 1310, die goldene Mitte. Die verbürgten Besitzungen der Gayling verteilten sich über halb Unter- und Mittelfranken, von Rothenburg bis Gunzenhausen, nicht aber an der Grenze zu Oberfranken, wie es uns die Legende erzählt. Es existieren bei Trainmeusel (oberhalb des Wiesenthals in der Fränkischen Schweiz) tatsächlich Mauerreste, die in die Zeit passen und durchaus Teil einer Wehranlage gewesen sein könnten. Ebenso könnte es möglich sein, dass Ekkelin/Eppelein das Gemäuer als Unterschlupf von den Schlüsselbergern erhalten hatte. Soll er doch mit Konrad von Schlüsselberg freundschaftlich verbunden gewesen sein. Während der Belagerung 1347 von Burg Neideck durch die Burggrafen und Bischöfe von Bamberg und Würzburg, hatte Ekkelin den Belagerungsring durchbrochen und für Verpflegung der Eingeschlossenen gesorgt (so sagt man).

Gebracht hat es nicht viel (wenn es denn so geschehen ist), letztendlich erlag Konrad von Schlüsselberg dem ersten ernst zu nehmenden Angriff und seine Besitztümer teilten Burggrafen und Bischöfe unter sich auf.

Möglicherweise war Burg Dramaus (wenn es diese Burg gegeben hat) danach herrenlos und von Ekkelin für seine Zwecke okkupiert worden. Nichts davon ist verbürgt, trotzdem nahm ich Dramaus in meiner Geschichte auf. Ebenso wie einige sehr verbreitete Anekdoten über Ekkelins Streiche. Wobei ich sie nicht neu erzähle, aber im Text darauf hingewiesen wird. Ekkelins berühmte Flucht über den Burggraben von Nürnberg ereignete sich nach den Geschehnissen dieses Buches. Ich verwob den historischen Ekkelin mit der Fabelgestalt Eppelein, mit Blick auf die tatsächlichen Probleme und Beweggründe der kleinen Ritter, dessen Niedergang das 14. Jahrhundert einläutete. Mit Sicherheit hatten sie die Zeichen der Zeit erkannt, aber unbeugsamer Stolz und die Weigerung unumkehrbare Veränderungen anzunehmen und sich anzupassen, trieb sie in einen erbitterten wie sinnlosen Kampf, bei dem die meisten dieser Rittergeschlechter alles verloren. Mein Ekkelin sollte all das verkörpern. Eine Person, die man einerseits lieben möchte, andererseits aber fürchten muss.

Eine ähnlich unklare Lage, wie die wahre Gestalt des Ekkelin Gayling, ergibt sich während des Handwerkeraufstandes 1348 in Nürnberg und betrifft die zwei Rädelsführer. Harnischmacher Rudolph Haubenschmidt, genannt Geißbart, führte die Handwerker an. Die Bürgerlichen Verschworenen folgten einem gewissen Hans Pfauentritt. Haubenschmidt wurde 1349, nachdem der frisch gekrönte Kaiser Karl den Aufstand niedergeschlagen und die alten Ratsherren wieder in ihre Ämter eingesetzt hatte, „auf ewig 30 Meilen weit bei dem Hals“ mit  Bruder und Sohn der Stadt verwiesen. Die Person des Pfauentritts ist urkundlich nicht festzustellen und kommt auch nicht in dem Verzeichnis der nach dem Aufstand Geächteten vor.

Eine wunderbare Gelegenheit, Ekkelin Gayling in die Kleider eines bürgerlichen Hans Pfauentritt schlüpfen zu lassen und gemeinsam mit dem Geißbart die Verschworenen zu einem Umsturz zu bewegen.

Lothar Nietsch

 

 

Quellennachweise:


Dr. Emil Reicke, Nürnberg. Verlag für Kunstreproduktion Christoph Schmidt.

ISBN 3 923 006 29 2

 

H. Kunstmann. Die Burgen der südwestlichen fränkischen Schweiz

Komissionsverlag Degener & CO., Neustadt/Aisch

 

H. Kunstmann. Die Burgen der östlichen fränkischen Schweiz

Komissionsverlag Degener & CO., Neustadt/Aisch

 

Gustav Voit. Die Schlüsselberger

Herausgegeben von der Altnürnberger Landschaft e. V. ISSN 0516-8325

 

Gustav Voit, Heinz Stark, Volker Alberti. Burgen, Ruinen und Herrensitze der fränkischen Schweiz

Herausgegeben von der Altnürnberger Landschaft e. V. ISBN 3 924158 34 7

 

Harry Kühnel Hrsg. Alltag im Spätmittelalter

Weltbild, ISBN 3 8289 0550 1

 

Werner Schoger. Raubritter Eppelein von Gailingen und seine Zeit.

Verlag Degener & Co., Insingen, ISBN 978 3 7686 9314 1

 

Kurt Pilz. Das Handwerk in Nürnberg und Mittelfranken

Druck- und Verlagsanstalt H. P. Jffland 

 

 

 

Sonntag, 21. März 2021

Nach langer Durststrecke endlich wieder erhältlich



 

 

Sieben Short Storys als E- und Analoges Buch für einen wirklich guten Zweck. Am besten ist, Ihr legt Euch gleich beide Ausführungen zu. Da hab' ich dann mehr davon 😎 Der Erlös der verkauften Exemplare fließt ohne große Umwege direkt in die Geldbörse des Verfassers, um diesen vor Leid, Hungertod und schlimmeren zu bewahren. Das geniale Cover steuerte der viel zu früh verstorbene Corssvalley Smith bei. Bis auf die Titelgeschichte waren alle anderen in einer Anthologie vertreten. Die meisten davon wurden jedoch nur wenige Monate nach Erscheinen von den jeweiligen Verlagen aus dem Programm genommen. Aus diesem Grund erhalten eben hier sieben kleine Schätze eine weitere Chance die geneigte Aufmerksamkeit der Leser zu erreichen.

Nun wünsche ich viel Freude beim Schmökern 😌

 

Inhalt:

Und Josef schlägt die Trommel

Die Baumeister des Schöpfers           (Anthologie „Die letzte Reise“)

Die Schöpfung – der nächste Level   (Anthologie „Heimweh eines Cyborgs“)

Ronnies Vorrat                                  (Anthologie „Das Buch der lebenden Toten“)

Unvergessen                                     (Anthologie „Die grüne Muse“)

Mutters Schoß                                  (Anthologie „Labyrinthe“)

Pate Muffin                                       (Anthologie „Meerkatzen“)

 

https://www.amazon.de/Josef-schl%C3%A4gt-die-Trommel-Storys/dp/B08YNR6J6F/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&dchild=1&keywords=lothar+nietsch&qid=1616311414&sr=8-1

Samstag, 13. März 2021


 

Aus der Rubrik, ich denke also bin ich nicht ganz dicht

 

Wie gelingt es uns Autoren unsere Texte auf das heute geforderte Niveau zu heben und dem aktuellen Zeitgeist anzupassen, die von Begriffen wie Mehrwert und Nachhaltigkeit geprägt sind? Nun, nichts leichter als das.
 
 Orientieren wir uns zunächst an einem anderen, neueren aber auch nicht ganz neuem Medium, dem Geschichtenerzählen mit bewegten Bildern, also dem Film. Auf fast jeder DVD und Blu-ray findet der geneigte Zuschauer unter der Rubrik Specials oder Zusatzmaterial die Option den Film mit Kommentaren des Regisseurs und der Schauspieler anzusehen. Dabei wird dann aus dem Off erklärt, weshalb man die und jene Szene an diesem und jenen Ort gedreht hat, oder dass die Berge im Hintergrund am Originalschauplatz (also dem Ort an dem die Handlung spielt) eigentlich nicht zu sehen sind, weil sie sich auf der anderen Seite der Erde befinden, die Bilder aber zu schön seien um sie zu berichtigen, oder es wird gesagt, dass die Handlung des Schauspielers X eigentlich nicht im Drehbuch stand, sondern sich durch einen Zufall so ergab und die Szene dadurch so stark geworden wäre und man sie nicht schneiden wollte usw. Kurz, man erfährt in diesen Kommentaren eine Menge über die Entstehung des Films, die Auswahl der Schauspieler oder die Beweggründe, weshalb dieses Projekt überhaupt erst umgesetzt wurde (neben dem Wunsch damit Geld zu verdienen versteht sich).
 
Ich weiß natürlich nicht wie es Ihnen damit geht, aber ich höre mir diese Kommentare ganz gerne an und ich fragte mich schon öfters, weshalb wir Autoren nicht auf ähnliche Weise agieren. Nehmen wir an, Sie lassen im zweiten Teil einer Geschichte, einen ihrer Protagonisten sterben und sagen wir, Sie wissen auch, dass die Leser diesen Protagonisten sehr ins Herz geschlossen haben. In dem Fall können Sie sicher sein, mit Fragen nach dem Warum konfrontiert zu werden und gegebenenfalls haben Sie eine ganze Reihe von Leserbriefen zu beantworten, in denen Sie sich für ihre Entscheidung Publikumsliebling Y sterben zu lassen rechtfertigen.
Versehen Sie Ihren Text hingegen mit klärenden Autorkommentaren, entweder als Fußnote oder in Klammer gesetzt, beantworten Sie bereits im Vorfeld diese Fragen und der geneigte Leser wird es Ihnen mit Sicherheit danken.
Lassen Sie mich an einem konkreten aber beliebigen Textbeispiel demonstrieren, wie so etwas in der Praxis aussehen könnte:
 
Mit hervorquellenden Augen registrierte Osrik die kalte Messerklinge, die ihm Ragnar in den Bauch getrieben hatte, Schmerz und Schock wischte alles andere beiseite. Nicht einmal atmen war noch möglich. Osriks ungläubiger Blick bohrte sich in die höhnisch grinsende Visage des vermeintlichen Kameraden – warum hatte er das getan? Ragnar stieß nach, Osrik spürte, wie sich die Spitze der Klinge in seine Wirbelsäule bohrte, er stöhnte auf vor Schmerz, wollte dagegen ankämpfen, doch kraftlos knickten die Beine unter ihm weg. Er war nicht einmal mehr dazu fähig, den viel kleineren Ragnar von sich fortzustoßen, stattdessen hing er leicht vornübergebeugt über dessen Arm mit der Klinge, die sich durch seine Eingeweide wühlte. Sein Gesichtsfeld schrumpfte, die Glieder wurden schwer, wie mit Blei gefüllte Fremdkörper, die jemand an ihn drangehängt hatte. Der Boden trudelte Osrik entgegen, zitternd schnappte er ein letztes Mal nach Luft, den Aufprall bekam er schon nicht mehr mit.
 
Kommentar des Verf.: Osrik war für den Autor schon länger zum Problem geworden. Einerseits hatte er sich in die Herzen der Leser weit mehr hineingepflanzt als dies vom Autor beabsichtigt war, darüber hinaus hatte Osrik eine Art Eigenleben entwickelt, die den Autor immer wieder nötigten, Randgeschehnisse mit größerer Aufmerksamkeit zu behandeln, als für den Text wünschenswert gewesen wäre. Es bahnte sich also schon länger an, diesen unbequemen, wenn auch im Publikum beliebten Protagonisten aus der Handlung zu entfernen, bevor es zu weiteren unnötigen Komplikationen und Nebenschauplätzen kommen konnte. Dazu boten sich dem Autor mehrere Möglichkeiten an. A: durch die Pest, Syphilis oder andere Unannehmlichkeiten. B: durch einen Sturz oder sonstigen Unfall oder C: in einem heroischen Kampf, der die Beliebtheit dieses für den Autor so unbequem gewordenen Protagonisten Rechnung trägt und zugleich einen würdevollen Abgang für einen unverhofften Publikumsliebling bietet. Wie Sie unschwer lesen konnten, entschied sich der Autor für Variante C.
 
Mit dieser interaktiven Kommunikation zwischen Autor und Leser schlagen wir gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe.
Als erstes und wichtigstes Argument für eine derartige Herangehensweise zukünftiger Prosatexte, spricht die Tatsache, auf diesem Wege selbst aus kürzeren Texten Bücher von Backsteinformat zu kreieren, wie sie die heutige Leserschaft zweifelsfrei bevorzugt und der Autor nicht länger gezwungen wird, auf umständliche Weise dünne und im Grunde nichtssagende Handlungsfäden bis zum geht nicht mehr auszuwalzen. Jetzt versieht der Autor seinen Text einfach mit einer ausreichenden Anzahl von Anmerkungen und im Handumdrehen haben wir ein Werk in Händen, mit dem sich ohne weiteres lästige Zeitgenossen erschlagen lassen.
Darüber hinaus ermöglicht diese Herangehensweise dem Autor leicht aus jedem Text eine 16bändige Trilogie zu basteln und damit erhalten wir den von der Allgemeinheit so wichtig erachteten Mehrwert, da wir nun das Werkzeug in Händen halten, aus weniger tatsächlich mehr zu machen (was objektiv betrachtet, tatsächlich einzigartig sein dürfte) und darüber hinaus erweist sich eine Trilogie (je mehr Teile, desto besser) auch wesentlich nachhaltiger, als dies ein einbändiger Roman je sein könnte. Mit den einfachen Mitteln des ursprünglich Regiekommentar genannten Werkzeugs sind wir also zukünftig in der Lage, einen regen Gedankenaustausch zwischen Autor und Publikum zu initiieren und somit erfolgversprechend von nichtssagenden Handlungen abzulenken, die, seien wir doch ehrlich, den Großteil der veröffentlichten Prosa heutzutage ausmacht.
Natürlich ist im Zuge dieser Entwicklung an eine Regulierungsbehörde zu denken, die darauf achtet, dass schizophrene Autoren sich keinen Wettbewerbsvorteil erschleichen, indem sie mit Hilfe ihrer multiplen Persönlichkeit die Protagonisten und Antagonisten persönlich zu Wort kommen lassen, aber diese Entwicklung bleibt bis auf weiteres abzuwarten.
(Anmerkung des Verf.: Im Text enthaltene Rechtschreib- oder Grammatikfehler, sind nicht dem Verfasser anzulasten, da diese dem Text eine überaus persönliche Note verleihen, die diesen von anderen Texten ähnlichen Schwachsinns nachhaltig und mehrwertsteuerbefreit unterscheiden).

Dienstag, 24. November 2020

Aus der Rubrik ich denke, also bin ich nicht ganz dicht.

 

In wenigen Jahren schon, kommen auf jeden Menschen wenigstens vier Smartphones. Diese Geräte werden das Leben ihrer Besitzer beträchtlich vereinfachen, sie werden alles Mögliche können – mit Ausnahme von Kaffee kochen und es wird die Zeit kommen, da sie die Weltherrschaft an sich gerissen haben werden.
So und nicht anders wird es die außerirdische Rasse interpretieren, die uns nach dem allerletzten großen Knall besuchen kommt. Sie werden irgendwo zwischen Frankfurt, New York und den verdampften Meeren auf der gläsernen Fläche landen, die seit dem allerletzten großen Knall die Erde überzieht und ihre einarmigen und zwölfäugigen Archäologen werden die verblichenen Überreste eines Menschenwesens unter der gläsernen Erdkruste freilegen. Staunend werden sie innehalten, wenn sie in den verschmorten Kleiderresten, die geschmolzenen Hartschalen und oxydierten Schaltkreise von vier Smartphones entdecken. Diese weitgereisten und überintelligenten einarmigen und zwölfäugigen Wesen werden den Zusammenhang sofort kapieren, werden in den Überresten der Smartphones die Gehirneinheiten des verstorbenen Lebewesens identifizieren, das sie soeben untersuchen. Mit sichtlichem Bedauern in ihrem zwölfäugigen Blick werden sie ebenfalls nach kurzer Zeitspanne feststellen, dass die Smartphonehirne der Erdbewohner außerstande gewesen waren, Kaffee zu kochen.
Sie werden traurig sein, diese einarmigen, sanftmütigen und zwölfäugigen außerirdischen Lebewesen, denn sie werden sich eingestehen, zu spät gekommen zu sein. Unter wehmütigen, stimmlosen Gesang werden sie um die Leben der Erdbewohner trauern, während ihre eigenen Smartphones damit beginnen, Kaffee zu kochen.

Montag, 2. November 2020

Aus der Rubrik ich denke, also bin ich nicht ganz dicht

Manchmal höre ich  Autorenkollegen davon reden, dass sie in grauer Vorzeit mit dem Schreiben begannnen und seither nicht mehr aufhörten.

Ich stelle mir das dann immer wie folgt vor:

   Ich war damals noch sehr, sehr klein. Trotzdem fing ich mit dem Schreiben an und hörte nicht mehr auf. Nach über fünfzig Jahren bin ich mit dem Stuhl fest verwachsen, die Finger lösen sich nicht mehr von der Tastatur und mein Verleger ist gezwungen, mich intravenös zu ernähren. Für das Wechseln der Urin- und Kotbeutel ist ein Pflegedienst zuständig, in dessen Aufgabenbereich auch meine Reinigung fällt, die einmal wöchentlich stattfindet.
Das erledigt Schwester Gudrun, eine wahre Hunnin, die mich mitsamt dem Stuhl in den Hof trägt, wo sie mich mit viel Freude und mit Hochdruck abkärchert. Winter wie Sommer, bei Regen, Schnee und Sonnenschein.

Ich kann mir keinen besseren Beruf vorstellen 👍😇

Donnerstag, 1. Oktober 2020

Aus der Rubrik ich denke, also bin ich nicht ganz dicht.

Helfen ist wichtig. Sehr sogar. Und wer nicht selbst mit anpacken kann, der hilft mit Geld, in Form von Spenden.

Ich handhabe das genauso. Insobesondere helfe ich gerne Kindern, vor allem, wenn diese nichts zu Essen haben. Zum Glück gibt es Unicef. Ein Verein, der sich den armen Kreaturen annimmt, diese einsammelt und zu den in geheimen Verliesen lebenden Superreichen karrt, die diese vom Schicksal gebeutelten Kinder dann angeblich Quälen und Essen.

Unter uns, dass mit dem Quälen ist, denke ich, ein wenig übertrieben und betrifft vermutlich nur die in den unterirdischen Geheheimanlagen in China lebenden Superreichen. In China ist es nicht unüblich, Hunde vor dem Schlachten noch einmal beherzt zu quälen, weil dadurch das Fleisch angeblich zarter würde. Andere Länder, andere Sitten eben, aber auf die im Westen unterirdisch lebenden Superreichen trifft das bestimmt nicht zu. Hier sind wir ja immer noch human, sogar die Superreichen!

Doch zurück zu Unicef. Gerade das Transportwesen, nachgerade im Bereich der Personenbeförderung, gestaltet sich immens aufwendig und hat mit hohen, teils ständig steigenden, Kosten zu kämpfen, weshalb die wirklich jeden Cent gut gebrauchen können. Und das Beste ist, man kann diese Spenden von der Steuer absetzen.

Das sind dann drei Klappen mit einer Fliege erschlagen :-) Die Superreichen werden satt, hungernde Kinder haben es bald ausgestanden und die Leute, die für Unicef tätig sind, gehen einer sinnvollen Beschäftigung nach.

Eine win-win-win-Situation, die gottlob nicht das geringste mit Winnetou zu schaffen hat.

Gute Nacht.

Mittwoch, 30. September 2020

Rezensionen über 13 BRAINS OF ZOMBIES aus dem Hammer Boox Verlag.

Da haben der Herausgeber und wir Autoren wohl den richtigen Nerv der Leser getroffen.

 

https://www.amazon.de/13-Brains-Zombies-Markus-Kastenholz-ebook/dp/B08JD3MKMD/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=1RI0V06R1NH31&dchild=1&keywords=13+brains+of&qid=1606053601&sprefix=13+br%2Caps%2C377&sr=8-1

 

Lothar Nietsch – Deathpoint
Eine Geschichte ganz nach meinem Geschmack. Kurz, brutal, blutig und mit einem gewissen Humor versehen. Wer Deathpoint übersteht, den kann so schnell nichts mehr umhauen. Das Ende fand ich einfach nur genial. Deathpoint ist eine kurzweilige, tolle Unterhaltung, die alles mit sich bringt, was man sich wünschen könnte.


Sonntag, 20. September 2020


 
 
13 hervorragende Autoren, 13 hammermäßige Storys und ein paar Untote. Es ist mir eine Freude Teil dieser Anthologie zu sein. Mein Dank gilt Markus Kastenholz.
 
 
Nici Hope - Hunger
Mario Steinmetz
– Headphones
Lothar Nietsch
– Deathpoint
Alexander Grun
- (De-)Generation-Z: Erlösung
Marcel Hill
– Pamela
Markus Kastenholz – Zombie-Night
Azrael ap Cwanderay – Schrödingers Zombie
Torsten Scheib
– Bester Freund
Doris Bulenda
– Erwachen im Wald
Jean Pierre VanDamme
– The Splattering
Fabienna Seven – Kein Schwanz ist so hart wie das Leben
Erik R. Andara
- Was Freundschaft am Ende bedeutet

 

Sonntag, 13. September 2020

Aus der Rubrik ich denke, also bin ich nicht ganz dicht.

 



Auch Asteroiden brauchen Liebe.
Sicher habt ihr alle euch schon einmal Mal gefragt, weshalb Asteroiden sich in bestimmten Abständen und mit vermeintlich böswilliger Absicht auf die Erde stürzen und den größten Teil des aktuellen Lebens vernichten. Es mag Euch beruhigen zu erfahren, dass ihr mit diesen Gedanken nicht alleine seid. Ja, auch ich komme nicht umhin, mir hin und wieder genau diese Frage zu stellen.
 Sicher hat der eine oder andere Astrophysiker seine ganz persönliche Meinung zu diesem brisanten Thema, für die Allgemeinheit aber gilt: weil Asteroiden meist verstoßene Kinder sind, die weder von ihren Eltern noch sonstwem geliebt wurden. Kommen sie auf ihrem Weg dann noch dem ein oder anderen Stern zu nahe, brennt die Strahlung das letzte Quäntchen Mitgefühl aus diesen Eis- und Gesteinsbrocken heraus.
 So wie damals bei Alexander dem Großen zum Beispiel, oder bei dem einen oder anderen amerikanischen Präsidenten oder dessen Pendant aus China oder Russland oder Hooligans, Salafisten, Querdenker und andere Xaviers, Großküchenkochgehilfen und Aktionäre (wegen Platzmangel verzichtet der Verfasser auf eine vollständige Liste) – all solche bedauernswerten Kreaturen eben. Stets sind es die Ausgestoßenen, die Missverstandenen, die am Hirn mangelnden, die irgendwann in ihrer Entwicklung damit beginnen, ihren Unmut in Form von Gewalt, Repressalien oder Gesetzen, die dem gesunden Menschenverstand widersprechen, Ausdruck zu verleihen.
 Wie aber, so fragt sich der geneigte Leser, lässt sich ein verschmähter, in seinem Selbstwert herabgesetzter Asteroid besänftigen, hat er sich einmal dazu entschlossen, sich in todesmutiger Verachtung auf die Erde zu stürzen?
 Selbstverständlich indem wir ihm unsere solidarische Liebe in Form bestimmter Opfergaben unmissverständlich aufzeigen – und das ist mit einem geradezu minimalistischen Aufwand zu bewerkstelligen. Nun streitet die Wissenschaft zwar noch über die Frage, auf welche Weise sich so eine Zuneigungsbekundung bewerkstelligen ließe, da noch umstritten ist, was das Herz eines Asteroiden höher schlagen lassen könnte, aber eben aus diesem Grund sollte sich die Form der Opfergaben in breit gefächerter Weise darstellten.
 Es wird empfohlen einem auf die Erde zusteuernden Asteroiden verschiedene Gaben auf das Fensterbrett zu legen.
 Neben der obligatorischen Großpackung Würfelzucker findet sich zu diesem Behufe auf dem Fensterbrett des Verfassers unter anderem ein versteinertes Drachenherz, ein Apfel, zwei Wahlnüsse, Steckrüben, Dominosteine, ein Schokoweihnachtsmann, drei Paar selbstgehäkelte Socken, ein Paar Langlaufski, ein Elektromotor, drei Lüsterklemmen, eine Zahnbürste, Smartis, eine Plumpaquatschpuppe, neue und gebrauchte Einwegrasierer verschiedener Hersteller, Lockenwickler, ein 5 Literkanister Leichtlaufmotoröl, gebrauchte Bergstiefel, Neoprenhandschuhe, Allzweckreiniger, die neue Scheibe von AC/DC, eine Kopie von Kubricks 2001 Odyssee im Weltraum (als Solidaritätsbeurkundung), ein handsigniertes Rennrad von Eddy Merckx, eine Auswahl diverser Pharmazieerzeugnisse (Antidepressivum u.Ä.), ein Mercedesstern und zwei Familienpackungen Tempotaschentücher. Die ein oder andere Glückwunschkarte und ein paar kreativ hingestreute Schnittblumen runden diese Assemblee auf gefällige Weise ab.
 Natürlich lässt sich nun nicht zwingend davon ausgehen, mit dieser großherzigen Zuneigungsbekundung auch einen angreifenden Todesstern von dessen vermutlich destruktiven Absichten abzubringen – in diesem Fall empfiehlt es sich, Meister Yoda um Abhilfe zu ersuchen – einem herrenlosen und einstmals verstoßenen Asteroiden jedoch, dürfte das solidarische Entgegenschleudern derart reichhaltiger Gaben allemal das gefrorene Herz erweichen.
Und sollte all das wider Erwarten doch nicht helfen, werfen wir diesem ignoranten Schweineasteroiden Bruce Willis entgegen und die ganze Meute aus allen drei Teilen von den Expendables gleich hinterher.

Samstag, 12. September 2020

Endlich Zeit gefunden und meinen Schreibtisch aufgeräumt.

Stellenweise kann man jetzt wieder die Tischplatte bewundern 😎





Freitag, 11. September 2020

Aus der Rubrik Ich denke, also bin ich nicht ganz dicht.

 
Während einer durchwachten Nacht fiel mir auf, dass man kaum noch etwas über aus dem Fernseher kriechende Monster mitbekommt, die den Besitzer desselbigen recht unsanft aus dem Leben befördern. Ja es gab sogar Filme darüber mit dem Titel „Türglocke“ – ach nee „the ring“, um vor den Umtrieben dieser grässlichen Kreaturen zu warnen. Während also diese Terrorakte in den 90ern noch in aller Munde waren, die Mainstreammedien rund um die Uhr über vor ihren Fernsehapparaten liegenden Leichen, teils ertränkt und verschrumpelt, teils geköpft und ebenfalls verschrumpelt, berichteten, hört man seit einigen Jahren überhaupt nichts mehr über dieses unschöne Phänomen.
Woran, so überlegte ich verzweifelt, mag das wohl liegen. Hatte die Gewerkschaft für Aus-dem-Fernseher-krabbel-Monster zum Streik aufgerufen? Ein neuartiger Virus, dem die unglücklichen Kreaturen zum Opfer gefallen sind?
Während ich mir also das Hirn zermarterte fiel mein umherschweifender, nicht mehr ganz scharfer, Blick auf mein Fernsehgerät und dann fiel es mir wie ein Ambos auf den Fuß: Es liegt an den Flachbildschirmen!
Ja, genau! Früher hatten diese Monster in den alten Röhrenapparaten genügend Raum, sich zu entfalten bevor sie schlüpften und genau das ist ihnen nun nicht mehr möglich. Und falls es doch einer dieser Kreaturen gelingen sollte, aus einem Flachbildschirm herauszukrabbeln, so ist es dermaßen hauchdünn, dass ein kleiner Windhauch genügt, um sie wieder zurück in ihre Mattscheibenwelt zu befördern.
Dass ich mit meiner Einschätzung goldrichtig lag, beweist die Tatsache, dass, nachdem ich einen Highspeed-Ventilator in Richtung Mattscheibe aufstellte, kein einziges Fernsehmonster aus dem Bildschrim gekrochen kam.